Fotobuch

Wenn die Zeit kommt, wo alles vorbei ist, und das Lebenslicht ausgelöscht wird, ist es oft eine Erlösung, manchmal aber auch ein tragischer Schicksalsschlag, der einen Menschen von unserer Seite reißt. Den Verlust zu verkraften, ist nicht immer einfach.
Manchmal werden die Hinterblieben richtiggehend aus der Bahn geworfen, egal, ob das Ende nun vorhersehbar war, oder völlig unerwartet kam. Was dann bleibt, sind Erinnerungen. Gar nicht loslassen kann man, wenn man in diesen Erinnerungen gefangen ist.

Dann will man sich mit aller Gewalt an Momente erinnern, die einst gewesen sind. In denen man lachte, weinte, etwas diskutierte, vielleicht auch ein Streitgespräch führte. Oder einfach das stille Beisammensein genossen hat. Was ist besser dazu geeignet, die Gedanken immer wieder auffrischen zu können, als Bilder. Bilder in Form von uralten Fotos, modernen Digitalfotos oder auch in der Form von einem Fotobuch, welches man irgendwann einmal hat anfertigen lassen.
Freundschaft, Liebe, Sehnsucht und viele andere Gefühle spielen dann eine Rolle, wenn man in diesen Bildern der Vergangenheit, die so schmerzlich endgültig vorbei ist, blättert.

Bei aller Trauer und allem negativen Empfinden wird man dennoch lachen müssen, wenn man zum Beispiel daran denkt, als man die Tour im „neuen“ Gebrauchtwagen zusammen unternommen hat, und die Bremsen beinahe versagt hätten. Es ist ja alles gut ausgegangen und am Schluss amüsierte man sich köstlich über den Vorfall. Solche Erinnerungen behält man ein Leben lang.
Vielleicht kann man sich nach einiger Zeit nicht mehr so ganz an das Gesicht des Verstorbenen erinnern. Vielleicht weiß man bald nicht mehr, wie seine Stimme klang. Der Abschied am Grab ist jedoch nichts wirklich Endgültiges. Nach einer Zeit des Abschieds kommen die Momente zurück, die man miteinander verbracht hat. Sie sind im Herzen eingeschlossen, in den Gedanken verankert.

Es ist auch eine Art, Abschied zu nehmen und Trauerarbeit zu leisten, wenn man den Hinterbliebenen ein wenig Trost spendet. Auch hierfür kann man zum Beispiel ein Fotobuch sehr gut verwenden. Trauergedichte, Bilder und in Worten festgehaltene Erinnerungen sind zwar direkt nach dem Tod manchmal schwer zu ertragen.
Nach einiger Zeit aber, wenn das Herz die Wunde langsam schließt, sind es eben die Erinnerungen an die guten Zeiten, die den Verlust erträglicher machen. Etwas verlieren kann man nur, wenn man es vergisst.